nachtrag zu „die stille revolution“

(c) - michael schrotter

gerade war ich in auseinandersetzung mit einem menschen, der in seiner grundhaltung sehr wirtschaftlich orientiert ist, der nur wenig daran glaubt, dass ein differenziertes denken, zu einer lösung oder gar zu einer veränderung dieses systems führen könnte. er bezeichnet sich selbst als einen pessimisten, er denkt, dass sich in menschen nur dann etwas verändert, wenn es schmerzt. die treibende kraft sei begründet im „haben wollen“, von dingen, die es gilt zu besitzen. an dieser Stelle möchte ich auch an einen Artikel verweisen – sachlich betrachtet – sein und haben.

was treibt uns wirklich an?

ich denke, entwicklung dürfen wir auf unterschiedlichen ebenen sehen. wir leben in einer zeit, die es notwendig macht die wirtschaft zu immer mehr wachstum zu verhelfen. das wunder wirtschaft – wo soll denn die wirtschaft noch hin wachsen? dieses wachstum ist mitunter endlich, es wird die zeit kommen, an der wir alles haben und dennoch unzufrieden sind.

ich denke, genau diese unzufriedenheit ist es, die wir betrachten müssen. wie entsteht sie? wo ist sie begründet? und nährt unser wirtschaftssystem nicht genau diese unzufriedenheit? betrachten wir doch die werbung, die uns vorgegaukelt produkte zu brauchen, die wir ohne deren existenz gar nicht nötig hätten. machen diese dinge das leben wirklich leichter oder ist es vielmehr, dass wir für solche dinge unser energie investieren, arbeiten gehen und sogar unsere freizeit dafür opfern? wir laufen diesen dingen nach und ohne sie je erreichen zu können, werden wir immer schneller, investieren noch viel mehr energie – ohne je ans ziel zu kommen.

wo, frage ich mich, bleibt der mensch, bleibt die menschlichkeit, bleibt raum für begegnungen, wo bleibt raum für das einfache sein?
ich denke wir stehen gerade an einem punkt, an dem wir die wahl haben und entscheiden können, eine entscheidung treffen, die sie sich dafür ausspricht, dass wir entwicklung differenzierter betrachten können. eine entwicklung der inneren werte. eine diese werte könnte zum beispiel zufriedenheit sein, sich zu beschränken auf essenzielles, vertrauen zu haben in unser sein, in die fülle, die uns umgibt. dieser mensch, mit dem ich gesprochen habe, nennt mich einen idealisten, weil ich an den menschen glaube und an seine fähigkeiten sich zu entwickeln. ich glaube daran, dass wir es lernen können, mit den uns zur
verfügung stehenden ressourcen auszukommen. wir werden lernen, dass es raub bedeutet, über dieses maß zu leben.

wir werden an dieser stillen revolution teilhaben, in der wir den blick in unser innerstes richten und wir werden erkennen, dass materielle dinge nur der vorwand sind, für ein bedürfnis nach verbindung mit dem leben. natürlich gibt es eine verbindung zum materiellen, doch ersetzt es nicht die verbindung mit dem leben selbst. durch die verbindung mit dem lebendigen werden wir nicht nur mit uns ressourcengerecht umgehen, nein diese verbindung wird auch die motivation seien, um mit den ressourcen dieser erde nachhaltig umzugehen. wir werden erkennen, dass wir keine getrennten individuen sind. wir werden erkennen, dass es uns genauso betrifft, wenn wir anderen zur last fallen.

ich wünsche mir so sehr, einen weg den wir einschlagen, an dem wir gemeinsam an lösungen arbeiten, an dem jeder auch noch so kleine beitrag, als beitrag an das ganze gesehen wird – ohne bewertung aber mit wertschätzung. wir können es schaffen und diesen gedanken, von einem friedlichen, verbundenen und resourcenorientierten leben, hinaustragen in diese welt – lasst uns andere mitreißen in diesen frieden, in dieses friedvolle miteinander sein.
lasst uns teilhaben an dieser stillen revolution.

diese stille revolution symbolisiert für mich ein zusammenkommen, nicht nur ein zusammenkommen verschiedener personen, vielmehr ein zusammenkommen, mit dem uns umgebenden, mit dieser welt, mit dem boden der uns trägt, mit der luft die wir atmen, mit der erde die uns nähert.

lasst uns still ein zeichen setzen, für eine gemeinsame sache, für unser leben.

2 Gedanken zu “nachtrag zu „die stille revolution“

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